Sonntag, 24. Oktober 2010

Herbstliche Gedanken...

Vergänglichkeit...

Vom Baum des Lebens fällt
mir Blatt um Blatt.
Oh taumelbunte Welt,
wie machst du satt,
wie machst du satt und müd,
wie machst du trunken!
Was heut noch glüht
ist bald versunken.
Bald klirrt der Wind
über mein braunes Grab,
über das kleine Kind
beugt sich die Mutter herab
ihre Augen will ich wiedersehn,
ihr Blick ist mein Stern
alles andere mag gehn und verwehn,
alles stirbt, alles stirbt gern.
Nur die ewige Mutter bleibt,
von der wir kamen,
ihr spielender Finger schreibt
in die flüchtige Luft unsere Namen.


von H. Hesse



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